1.Advent
30.11.: Predigt im Familiengottesdienst 1.Advent
1.Advent 2003 Familiengottesdienst zum Thema Glocken
mit Kindergarten Bereitet den Herrn den Weg
Kurzpredigt
Liebe Kinder, liebe Eltern, liebe Gemeinde
die großen Glocken unserer Kirche haben vorhin den Gottesdienst eingeläutet,
mit den kleinen Glöckchen haben uns die Kinder gerade sehr schön - wie ich finde - die Adventszeit eingeläutet.
Heute am 1.Advent beginnt die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten.
Mit jedem Tag kommen wir dem Weihnachtsfest etwas näher.
Die Freude wird jetzt von Tag zu Tag größer.
Wenn es dann endlich soweit ist werden unsere großen Kirchenglocken zu Weihnachten ganz besonders laut läuten.
Bis dahin müssen wir aber noch 24 mal schlafen und bis dahin werden unsere Kirchenglocken noch oft läuten.
Über die Kirchenglocken haben wir ja vorhin im Anspiel schon einiges gehört. Jetzt möchte ich einmal über drei ganz andere Glocken sprechen, die uns auch etwas über den Advent sagen können.
1) Fahrradglocke.... ring... ring...
Eine Fahrradglocke!
Normalerweise ist die am Lenker festgeschraubt. Diese hier ist abgeschraubt, damit ich nicht das ganze Fahrrad in die Kirche bringen musste.
Es geht mir jetzt nur um diese Fahrradglocke oder Fahrradklingel.
Die braucht man, wenn irgendjemand auf dem Fahrradweg steht und ihn versperrt.
Mit der Fahrradglocke soll der Weg frei gemacht werden [ring ..ring...]
Aber was hat das mit Advent zu tun? Die Antwort ist ganz einfach:
Im Advent sollen wir den Weg frei machen, damit Jesus zu uns kommen kann. So hat es schon der Prophet Jesaja vor langer Zeit gesagt:
1 Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden. 3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. (Jes 40,1-5)
[ring ....ring]
Diese Fahrradglocke erinnert uns daran:
Wir sollen den Weg frei machen für Jesus. Damit er auch zu uns kommen kann!
Alles was ihm im Wege steht, soll weggeräumt werden. So manches versperrt den Weg und steht im Weg: Streit und Zank, Neid und Eifersucht, schlechte Gedanken über andere und böse Taten. All das sollen wir wegräumen damit Jesus zu uns kommen kann.
Im Advent bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Zuhause hat meine Frau schon die Weihnachtsdekoration aufgestellt. Aber vorher musste anderes zurück in den Keller, damit Platz wurde für die neue Dekoration.
Die Fahrradglocke sagt uns:
Macht den Weg frei, damit Jesus zu uns kommen kann [ring]
2) Hotelglocke
Ich habe noch eine andere Glocke mitgebracht:
Diese hier habe ich mir von unseren Kinder geliehen und gehört zu dem Spiel Halli-Galli. So ähnlich sehen die Glocken aus, die in machen Hotels oder Restaurants zu finden sind.
(zeigen)
Wenn solch eine Glocke geläutet wird, [ ring] dann soll jemand der gerade nicht da ist, gerufen werden. Wenn die Glocke erklingt weiß derjenige, dass er gerufen wird und wieder zurückkommen soll.
[ring...ring]
Advent heißt ja übersetzt Ankunft. Gott will zu uns kommen. Aber oft erleben wir seine Abwesenheit und meinen, er wäre nicht da. Vieles in der Welt ist nicht so wie Gott es will. Wir Menschen halten uns nicht immer an sein Wort und an seine Gebote.
Deshalb beten wir ja auch "Dein Reich komme"
Auch das gehört zum Advent: Die Bitte und das Gebt, dass Gottes Wille geschieht. in unseren Familien, in unserer Gemeinde, in unserem Land, in unserer Welt.
Diese Glocke soll uns daran erinnern dass wir nicht aufhören darum zu bitten, dass Gottes Wille geschieht.
3)
Und dann habe ich noch eine dritte Glocke mitgebracht, es ist ein Weihnachtsglöckchen. Wenn dieses Glöckchen am Heilig Abend geläutet wird, dann ist es endlich soweit, dann gibt es die Geschenke, dann ist das Fest gekommen auf das wir so lange gewartet haben.
Aber soweit sind wir heute noch nicht.
Wir müssen noch warten. Advent ist die Zeit des Wartens aber auch die Zeit der Erwartung.
Je länger diese Zeit dauert um so spannender wird sie.
Ich weiß noch wie wir als Kinder die Zeit vor der Bescherung kaum erwarten konnten. Die Türe zum Wohnzimmer in dem der Tannenbaum stand war verschlossen. Keiner durfte vorher das Zimmer betreten.
Wir versuchten schon vorher durch das Schlüsselloch zu blinzeln um etwas erkennen zu können, aber das gelang nur selten.
Diese Zeit des Wartens kann unerträglich sein.
Aber auch das gehört zum Advent. Das Warten.
Im Titusbrief lesen wir:
Titus 2,13 Denn wir warten darauf, daß sich bald erfüllt, was wir sehnlichst erhoffen, daß unser Herr und Erlöser Jesus Christus in seiner ganzen göttlichen Herrlichkeit und Größe erscheinen wird.
Jesus Christus, der zu Weihnachten als kleines Baby in der Krippe liegt, wird wiederkommen als Herr der Welt.
Dann wir es nicht klein und niedlich kommen (so wie dieses Christkindgesicht auf dem Weihnachtsglöckchen), sondern mächtig und herrlich.
Wenn Jesus wiederkommt werden wir lachen und tanzen, werden wir uns freuen und singen. Alle Dunkelheit der Welt, alles Leid, alle Tränen und alle Trauer werden vergessen sein.
Diese drei Glocken sagen uns über den Advent:
1. dass wir den Weg frei machen sollen für Jesus
2. das wir beten dürfen: dein Reich komme, Herr
3. und das wir sein Wiederkommen erwarten
