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Turmbau zu Babel

24.8.: Turmbau zu Babel

1.Mose 9,1-9





Der Wunsch nach Unabhängigkeit

<1> Damals sprachen die Menschen noch eine einzige Sprache, die allen gemeinsam war. <2> Als sie von Osten weiterzogen, fanden sie eine Talebene im Land Schinar. Dort ließen sie sich nieder <3> und faßten einen Entschluß. «Los, wir formen und brennen Ziegelsteine!» riefen sie einander zu. Die Ziegel wollten sie als Bausteine benutzen und Teer als Mörtel. <4> «Auf! Jetzt bauen wir uns eine Stadt mit einem Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht!» schrien sie. «Dadurch werden wir überall berühmt. Wir werden nicht über die ganze Erde zerstreut, weil der Turm unser Mittelpunkt ist und uns zusammenhält!» <5> Da kam der Herr vom Himmel herab, um sich die Stadt und das Bauwerk anzusehen, das sich die Menschen errichteten. <6> Er sagte: «Sie sind ein einziges Volk mit einer gemeinsamen Sprache. Was sie gerade tun, ist erst der Anfang, denn durch ihren vereinten Willen wird ihnen von jetzt an jedes Vorhaben gelingen! <7> Wir werden hinuntersteigen und ihre Sprache verwirren, damit keiner mehr den anderen versteht!» <8> So zerstreute der Herr die Menschen über die ganze Erde; den Bau der Stadt mußten sie abbrechen. <9> Darum wird die Stadt Babylon («Verwirrung») genannt, weil dort der Herr die Sprache der Menschheit verwirrte und alle über die ganze Erde zerstreute.

Liebe Gemeinde,

ich glaube jeder Bauunternehmer wäre froh, er hätte solche Leute in seiner Firma wie diese Menschen von Babylon. Denn - so wird es hier beschrieben - es sind hoch motivierte Arbeitskräfte, leistungsbereit, die ganzen Einsatz bringen wollen. Es sind Leute, die auch etwas können, zuverlässige Arbeiter, die man gut auf dem Bau einsetzen kann.

Arbeitslosigkeit war zu dieser Zeit wohl noch ein Fremdwort, insbesondere in der Baubranche, denn es gab allem Anschein nach genügend Auftrage und Projekte.

Wir würden heute wohl sagen: Ein neues Stadtentwicklungsprojekt. Irgendjemand ist auf die kluge Idee gekommen man könnte eine Stadt bauen. Nicht irgendeine, sondern wahrscheinlich die erste ihrer Art. Das Handwerk des Ziegelbrennens wurde gerade erst erfunden. Vorher hat man einfach den Lehm in der Sonne trocknen lassen. Jetzt mit diesem neuen Herstelungsverfahrebn wurden die Ziegel im Ofen gebrannt. Dadurch waren neue technische Möglichkeitengegeben. Die Ziegel waren stabiler, man konnte also hher bauen.
Und was lag näher, als mit diesen neu gewonnen handwerklichen Fähigkeiten etwas zu Neues auszuprobieren.
Eine Stadt gebaut aus dem neuem Baumaterial.

Die Menschen, die uns hier in der Urgeschichte der Bibel begegnen sind uns also gar nicht so fremd. Sie wollten arbeiten und sie wollten in Häusern wohnen.





Wer sich schon mal dem Bau eines Hauses befasst hat, der weiß, dafür braucht man einen Plan. Niemand würd einfach so drauf los bauen. Dafür gibt es Architekten, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie solche Pläne zum Bau von Gebäuden entwerfen. Und solch einen Architektenplan entwerfen die Menschen in unserer Geschichte, wenn sie sagen:
Auf! Jetzt bauen wir uns eine Stadt mit einem Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht!
Sie entwickeln hier konkrete Vorstellungen, wie ihre Stadt aussehen soll. Das besondere Kennzeichen soll ein Turm sein, dessen Spitze bis in den Himmel reicht. Auch heute kennen wir solche Hochhäuser, ja überall werden in den Metropolen der Welt werden neue immer höhere Bürotürme errichtet - Wolkenkratzer.
Die beiden Türme des World Trade center in New York waren solche Wahrzeichen der Macht, die an diesen Turm von Babylon erinnern.
Über das derzeit geplante höchste Gebäude der Erde habe ich in einer Zeitung gelesen:
Gegen ein australisches Bauprojekt sehen die Petrona Twin Towers in Kuala Lumpur mit ihren 451,9 Metern richtig klein aus. Und auch das derzeit noch höchste Gebäude der Welt, der Fernsehturm Canada National Tower in Toronto mit seinen 553,3 Metern, wird demnächst weit abgeschlagen auf den Rang 2 degradiert. Der Bau des neuen „höchsten Gebäudes der Welt„ soll noch in diesem Jahr starten: Das australische Energienternehmen Enviromission will mit deutscher Unterstützung in der Provinz Victoria ein 750 Mio. Dollar teures Solarkraftwerk errichten - einen 1000 Meter hohen Bau.

Der Mensch will hoch hinaus. das war damals so und das ist auch heute noch so.

Der Mensch will so hoch, dass Gott im Himmel Bedenken anmeldet: "Wohin soll das noch führen." fragt sich Gott beim Betrachten der menschlichen Pläne.
Wir Menschen tendieren zur Grenzenlosigkeit, zur Maßlosigkeit zur Überheblichkeit. Ein Haus zum wohnen reichte nicht aus, Ein riesieger Turm musste es sein.

Gott erkennt sofort, dass es sich beim Turmbau zu Babel nicht nur um ein Bauprojekt handelt, sondern eigentlich um die Selbstvergötterung des Menschen. Mit seinem Plänen wendet er sich ab von Gott, von seinem Schöpfer.

"Was sie gerade tun, ist erst der Anfang, denn durch ihren vereinten Willen wird ihnen von jetzt an jedes Vorhaben gelingen!"





Gott wusste genau, die Vorhaben der Menschen sind nicht immer zu unserem guten.
Erst wenige Generationen nachdem Gott die Menschen in der Sintflut gestraft hatte, waren sie schon wieder auf dem besten Wege ihren Untergang vorzubereiten. Danach hatte Gott Noah ja versprochen, dass er die Erde nie wieder durch eine Sintflut zerstören wollte. An dieses Wort wusste Gott sich gebunden. seine einmal gegebenen Verheißungen bleiben gültig.
Doch er kann nicht länger mit ansehen, wie die Menschen sich über Gott erheben indem sie diesen Turm bauen.
Es scheint beinahe so, als ob Gott hier um seine Macht besorgt ist. Der Mensch könnte zu mächtig werden.
Immer dann, wenn der Mensch zuviel Macht bekommt ist die Gefahr groß, dass er seine Maqcht missraucht.

Gott will die Menschen jedoch davor bewahren dass sie in ihr eigenes Unglück rennen.
Was auf dem ersten Blick nur aussah wie ein neues Städtebauprojkt sollte dazu führen, dass Gott entthront und entmachtet werde. Niemand kann zwei Herren dienen, entweder Gott oder dem mammon, sagte Jesus.
Der Mensch ist wie ein Pferd sagte Luther, entweder er wird von Gott geritten, oder vom Teufel.

Die Stärke der Menschen war neben ihren Handwerklichen Können ihre einheitliche Sprache. Sie kommuniezierten untereinander, aber sie fragten nicht mehr nach Gott. Sie schafften sich ihre eigene Welt ohne Gott. Ja sie schafften sich mit dem Turm so etwas wie Gott.
Denn irgendetwas brauchen wir Menschen, dass uns untereinander verbindet.

Nicht mehr Gott der Schöpfer war ihr Mittelpunkt, sondern ihre eigenen Pläne und Bauvorhaben.
Doch Gott machte ihnen einen Strich durch ihre Rechnung, er verwirrte ihre Sprache, so dass sie sich nicht mehr verstanden und sie über die ganze Erde verteilt wurden. Genaus das, wovor die Menschen vor dem Bau Angst hatten, nämlich die Ausbreitung auf der erde, genau das trat jetzt ein.





Was verbindet uns Menschen miteinander?
Wo liegt unsere gemeinsame Mitte?
Welche Pläne entwickeln wir und für wen sind sie gut?
Gottlosigkeit ist ja meisten ganz praktisch.

Die Geschichte vom Turmbau mahnt uns heute, dass wir miteinander eine Sprache sprechen, mit der wir Gott nicht ausgrenzen aus unserem Leben.
Eine Sprache, die Gott ehrt und ihn zum Zuge kommen lässt.
Eine Sprache, die sich von Gottes Wort her bestimmen lässt.
Eine Sprache, die den anderen nicht verletzt, sondern ihn aufbaut.
Eine sprache die Verständnis für den anderen aufbringt.
Solches neue Reden schenkt Gott durch seinen Geist. Denn die Sprachverwirrung, die im Anschluss an die Turmbaugeschichte ausgelöst wordenist, so sagt es de Bibel ist aufgehoben durch das Pfingstgeschehen. Indem die Apostel anfingen Gott in fremden Sprachen zu loben und zu preisen, wurde die Folge des Turmbaues wieder rückgängig gemacht.

In Jesus sind die Christen auf der ganzen Erden aus allen unterschiedlichen Völkern miteinander verbunden. Es ist der eine Herr über alle Völker. Alle Unterschiede der Hautfarbe der Herkunft der Geschlechter und der Sprachen sind in Jesus Christus überwunden.
Doch was uns als Christen verbindet, was in der Mitte steht ist nicht ein gewaltiger Prachtbau wie der Turm zu Babel, sondern ein einfaches Holzkreuz auf dem kleinen Hügel Golgatha bei Jerusalem an dem Jesus hing. Nicht die Demonstration menschlicher Macht und Stärke verbindet uns Christen, sondern die Demonstration der Liebe und der Hingabe Gottes für uns.

Die Menschen hier wollen einen neuen Rekord aufstellen. Sie wollen den höchsten Turm erbauen. Sie wolen in das Guinessbuch der Rekorde eingetragen werden.
Aber im Grunde wollen sie dadurch nur ihre Angst verdrängen. Ihre Angst, dass sie, wie es die Bibel hier treffen sagt; über die ganze Erde zerstreut werden."