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Die Taufe verbindet mit Gott und untereinander

Predigt zu Mt 13,47-51
Liebe Gemeinde,

die Fische in dem Anspiel mussten gerettet werden. Es musste etwas geschehen, sonst wären sie in diesem giftigen Wasser umgekommen. Sie waren angewiesen auf das rettenden Netz der Fischer.
Der Schriftsteller Werner Bergengruen erzählt einmal eine andere eindrückliche Geschichte, in der eine Frau durch ein Netz vom sicheren Tod gerettet wird. Diese Geschichte hat mich sehr beeindruckt.

Das Netz des Fischers
Sie spielt in einem Fischerdorf. Dort war es ein ungeschriebenes Gesetz, daß eine Frau, die beim Ehebruch ertappt wird, von einem hohen Felsen gestürzt werden muß. Dann geschah es. Wieder einmal verurteilen die Ältesten des Dorfes eine Frau, die mit einem Matrosen die Ehe gebrochen hat. Doch in der Nacht steigt der betrogene Ehemann in die Felswand und spannt ein Netz aus starken Seilen über den Abgrund, das er mit Gras, Stroh und Kissen ausstopft.
Am anderen Morgen wird das Urteil vollstreckt, aber die Frau stürzt in das Netz der Liebe ihres Mannes. In ihrer Unentschlossenheit rufen die Dorfbewohner die Markgräfin an, die der Frau ihr eigenes Haarnetz schenkt zum Zeichen dafür, daß die Liebe des Fischers ihre Schuld aufgefangen hat.
Liebe Gemeinde,
auch wir brauchen Rettung, denn wir leben wie die Fische im giftigen Gewässer der Sünde und der Schuld, der Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit. Wir stehen wie die Frau auf der Klippe vor dem Abgrundes der Gesetzlosigkeit und der Auflehnung gegenüber Gott.
Vielleicht mögen wir moralisch anständiger sein, als diese Frau. Die Bibel sagt aber: Da ist nicht einer der Gutes tut, alle haben gesündigt und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollen. Niemand ist so perfekt, dass er mit seinem Leben vor Gott bestehen könnte.

Das ist das eine. Das andere ist dies: Gott hält das rettende Netz für uns bereit. So wie dieser Fischer, der seine Frau rettet. Gott will uns nicht richten, sondern retten. Er will nicht, das wir verloren gehen. Deshalb hat er aus Liebe alles unternommen, um uns zu retten. Gott spannt sozusagen ein Netz seiner Liebe aus um uns aufzufangen, wenn wir abstürzen. Aus Liebe zu uns hat er Jesus als Retter gesandt.
Weil Jesus für uns in den Tod gegangen ist, gibt es dieses rettende Netz, das jeden auffängt, der auf Jesus vertraut. In der Bibel heißt es:
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.
Wer an jesus glaubt der wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, bleibt verloren, wie es Jesus einmal in diesem Gleichnis gesagt hat:
47"Man kann das Gottesreich auch mit einem Netz vergleichen, das ins Meer geworfen wird und in dem viele verschiedene Fische gefangen werden. Wenn das Netz voll ist, zieht man es an Land, setzt sich hin und sortiert die eßbaren Fische in Körbe. Die ungenießbaren aber werden weggeworfen. So wird es auch am Ende der Welt sein.
Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen, um sie in das höllische Feuer zu werfen. Dort werden sie weinen und jammern, aber niemand kann ihnen helfen. Versteht ihr das alles?" "Ja", erwiderten sie, "wir verstehen es."

Begreifen wir, was Jesus uns damit sagen will? Ich verstehe das so. Noch ist Zeit um gerettet zu werden, noch ist Zeit um das rettende seil des Glaubens zu ergreifen, noch ist Zeit sich in das rettende Netz der Liebe Gottes zu werfen, denn noch ist Zeit in der Gott seine Rettungsaktion durchführt um uns für sein Himmelreich zu gewinnen.

Gott bietet uns allen seine Liebe und seine Rettung an. In der Taufe reicht er uns sozusagen das rettungsseil hin. Im Glauben können wir es dann später ergreifen, wenn wir verstehen, worum es geht. Wenn wir begreifen, wie es um uns steht.
Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Mit der Taufe reicht Gott uns das Rettungsseil hin, es ist das Band seiner Liebe. Mit unserem Glauben nehmen wir es in unsere Hand und ergreifen die Rettung, die Gott uns anbietet.
Dieses Annehmen der Rettung ist ein Anfang und danach geht es weiter.
Wer in dieser Verbindung zu Gott bleibt, der wird erfahren, dass dieses Seil belastbar ist und trägt. Der wird erfahren, dass er seine ganzen Sorgen und Probleme daran festmachen kann und das Gott hilft zu tragen. In Krankheiten und Krisen kann dieses Seil uns halten. Und wenn das Leben uns wie ein Labyrinth erscheint kann uns dieses Seil den Weg zeigen, den wir gehen können. Im Glauben bleiben wir also mit Gott verbunden, wenn wir dieses Seil ergreifen. Und gleichzeitig werden wir als Gemeinde mit anderen verbunden, so dass wir als Christen ein großes Beziehungsnetz bilden.
Am Eingang hat jeder und jede ein buntes band erhalten. Wir wollen gleich daraus ein großes Netz entstehen lassen. Als Antwort auf Gottes Rettungsangebot, das er uns in Jesus macht, kann jeder sein band mit diesem großen Netz das in der Mitte der Kirche entshen soll anknüpfen.
Das kann ein erster Schritt sein als Ausdruck des Glaubens, mit dem ich sagen will: Ja, Gott ich nehme deine Rettung in Jesus Christus an. Danke, dass du für michgestorben bist, danke, dass du aus Liebe alles getan hast damit ich nicht verloren gehen muss, sondern das ewige Leben habe.
Amen.