Fin-stern-nis
Der weihnachtliche Frieden und die Liebe Christis sein mit euch allen!
Liebe Gemeinde.
es ist wieder Weihnachten. Die Kirchenglocken klingen, die Chöre singen, die Kerzen brennen und die Kinderherzen schlagen höher. Es ist wieder Weihnachten!
Mit Weihnachten verbinden sich viele Wünsche, die Sehnsucht nach Liebe und Frieden, Der Wunsch das die Ängste und Sorgen verschwinden, dass Krieg und Leid eines Tages der Vergangenheit angehören. Die Hoffnung das die Dunkelheit, die Finsternis dieser Welt endgültig überwunden wird.
Diese weihnachtliche Sehnsucht hat Hans-Dieter Hüsch einmal in folgende Worte gebrachtt:
Dass alle Nächte so wären wie diese!
Dass alle Ängste der Welt leise zerbrächen
Dass zwischen freundlichen Tieren und zärtlichen Händen
Alle wir lägen wie das Kind.
Und über uns taute der Himmel seinen unsäglichen Frieden!
(Hanns-Dieter Hüsch)
Ja, wenn alle Nächte so wäre wie diese? Wenn in jeder Nacht und in jeder Dunkelheit des Lebens dieses weihnachtliche Licht der Glanz des Sterns von Bethlehem erkennbar wäre. Das wäre was. Das Besondere an dieser Nacht ist der Stern von Bethlehem der über dem Stall in dem Jesus zur Welt kam leuchtet. Ohne die Dunkelheit wäre der Stern am Himmel nicht zu sehen. Die Weihnachtsbotschaft redet die Zustände dieser Welt nicht schön. Sie schaut auch nicht weg vor den drängenden Problemen dieser Zeit. Die Weihnachtsbotschaft will uns nicht in eine ferne Welt entführen in die wir sozusagen entfliehen.
Nein. In dieser Welt, so wie sie ist ereignet sich die Geburt von Jesus. Mitten in der Dunkelheilt leuchtet ein Licht.
Nicht nur für die Hirten damals nicht nur für die Weisen damals, nicht nur für Josef und Maria, sondern auch für uns heute.
Können wir das erkennen. Sind wir dafür offen? Sehen wir den Stern, das auch für uns leuchtet. Das Licht leuchtet in der Finsternis, lesen wir in der Bibel, aber die Finsternis hat es nicht erkannt. Damals sind ja nicht alle Menschen zum Stall gekommen, und nicht alle haben in Jesus den Sohn Gottes erkannt, sondern nur die, die die Zeichen der Zeit erkannten..
Für viele menschen ist das Leben dunkel und hoffnungslos. Sie haben es aufgegeben daran zu glauben, dass sich noch irgendetwas zum Guten hin verändern könnte. Sie haben resigniert und sind verzweifelt.
Davor will ich meine Augen nicht verschließen - schon gar nicht heute Abend.
Auch jetzt in diesem Augenblick, wo wir hier in der Kirche sind und fröhliche Weihnachtslieder anstimmen, gibt es unzählige Menschen, die am Leben verzweifeln und keine Hoffnung mehr sehen.
(Plakat mit dem Wort "Finsternis")
Nach dem Erdbeben in Pakistan sind in diesem Augenblick mehr als zwei Millionen Mädchen und Jungen durch Kälte, Mangelernährung und Krankheiten bedroht. Tausende schwangere Frauen brauchen dort dringend medizinische Hilfe und Betreuung bei der Geburt. Die Dunkelheit ist immer noch sehr groß für viele Menschen auf der Erde.
Die Finsternis zeigt sich in vielerlei Gestalt. Gar nicht weit von uns gibt es auch verzweifelte und enttäuschte Menschen ohne Hoffnung.
In einem Lied heißt es:
Wir saßen in der Kirche und sangen "Stille Nacht!" und im Stadtpark hat sich jemand umgebracht. Man entdecke ihn zu spät; denn Heiligabend sind ja alle zu Hause. Schöne Kerzen, warmes Licht, es war Weihnachtszeit. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" - doch für Selbstmordkandidaten war sie ausgerechnet heute verschlossen.
Wir spenden immer viel für die Hungernden der Welt, doch er hungerte nach Liebe, einem Freund der zu ihm hält. Heiligabend gab er auf und "leise rieselt jetzt der Schnee auf seine Leiche.
Wir versäumten ihm zu sagen wer das Christkind ist, weil man Weihnachten so leicht den Mann am Kreuz vergisst. Und "O Jesu, du mein Leben" war für ihn nie eine eigene Erfahrung.
Er hätte den gefunden, der ihn gut versteht, der dem Leben einen Sinn gibt, täglich mit ihm geht. Es wär ein Ros´entsprungen mitten in der Nacht und in der Kälte seines Alltags. Hätte er doch nur gesehen, dass es Hoffnung gibt, weil in dunkelsten Momenten jemand da ist, der ihn liebt,
wär die Zeile o du Fröhliche ein Lied für alle Tage eines Jahres.
(Plakat aufhängen mit dem Wort: "Fin-stern-nis")
Mitten in der Dunkelheit -so groß sie auch sei - leucht der Stern von Bethlehem. Das ist die Weihnachtsbotschaft die unserem Feiern und unserer Freude einen Grund gibt: Gott lässt uns nicht im abseits, lässt uns nicht im dunkeln, er lässt uns nicht allein. Mitten in der Nacht- wie auch immer sie heißen mag -
> die Nacht der Einsamkeit, die Nacht der Schuld, die Nacht der Verzweiflung oder die Nacht der Angst - immer leuchtet Gottes Stern als Licht und als Hoffnung.
Jochen Klepper hat so gedichtet: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.
Weihnachten ist kein Märchen, Weihnachten ist nicht nur eine schöne Geschichte an die wir uns immer wieder erinnern. Weihnachten will sich immer wieder als Wahrheit in unserem Leben erweisen. Vorhin haben wir gesungen: Aus seinem Glanz und Lichte tritt er in deine Nacht. Und alles wird zunichte, was dir so bange macht.
Weihnachten wird es bei uns, wenn der Stern der mitten in der Nacht über dem Stall von Bethlehem erschien, auch unser Leben erleuchtet. Wenn Jesus, der Heiland und Retter, der damals im Stall zu Bethlehem geboren wurde auch heute zu uns kommen darf - in unsere Dunkelheit, in unsere Angst, in unsere Sorgen und in unsere Leiden. Der Dichter Angelus Silesius hat einmal gesagt: "Was nützte es wenn Jesus tausendmal in Bethlehem geboren wäre und nicht in dir, du bliebest doch verloren."
Jesus will unsere Finsternis verwandeln indem er uns mit seiner Liebe und mit seiner Gande bescheint.
Davon singt uns jetztder Chor: O grace, Hallelujah.
Und der Friede Gottes....
Amen.
