Himmel oder Hölle, auslöschen oder Wiedergeburt
- Ulrich Parzany
- 23.3.2006
- 5. ProChrist-Abend
Himmel oder Hölle, auslöschen oder Wiedergeburt - Was kommt nach dem Tod?
Sie haben sicher auch schon davon gehört, warum unsere Welt so schlecht ist. Es soll daran liegen, dass bisher leider nur gute Menschen gestorben sind. Man hat jedenfalls noch nie in einem Nachruf auf einen Verstorbenen oder bei einer Beerdigung gehört, dass der Verstorbene nicht gut war. Folgerichtig muss man schließen, dass alle bösen Menschen noch leben.
Die alten Römer haben schon den Grundsatz gehabt: De mortuis nihil nisi bene - über die Toten soll man nur Gutes sagen. Das gebietet der Respekt. Trotzdem bleibt irgendwie ein schlechtes Gefühl, dass ausgerechnet an Särgen und Gräbern nicht die Wahrheit gesagt wird. Woran liegt das?
Wir möchten die Gefühle der Hinterbliebenen nicht verletzen. Das ist anständig. Aber es ist kein hinreichender Grund, uns selbst und andere zu belügen. Ich will hier nicht darüber schreiben, was man auf Beerdigungen sagen oder nicht sagen sollte. Aber wir sollten uns gemeinsam gönnen oder zumuten, dass wir angesichts des Todes nach der Wahrheit fragen.
Nach der Wahrheit fragen
Kinder können einem dabei ganz gut auf die Sprünge helfen. Beim Tode eines Menschen fragen sie ziemlich direkt: "Wo ist die Oma jetzt?" Diese Frage quält uns beim Tode jedes geliebten Menschen. Ist der tote Körper im Sarg alles, was vom Menschen übrig bleibt? Gibt es einen Himmel oder eine Hölle? Gibt es eine Totenwelt? Wo befindet sie sich? Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Manche sagen: "Es kann doch nicht sein, dass mit dem Tod alles aus ist. Dann wäre doch unser Leben sinnlos." Aber die Wirklichkeit richtet sich nicht nach unseren Wünschen. Ist das ewige Leben eine Erfindung von Menschen, die den Gedanken nicht aushalten, dass mit dem Tod alles aus ist?
Andere wünschen sich gerade das, dass mit dem Tod alles aus ist. Sie möchten verlöschen wie eine Kerze. Sie sind das Leben leid. Sie möchten sich selber loswerden. Vielleicht möchten Sie auch jeder weiteren Verantwortung entfliehen. Sie möchten einfach nicht mehr da sein. Dann kann sie keiner mehr anklagen. Keiner kann sie quälen. Also: auch diese Vorstellung entsteht aus menschlichen Wünschen. Wer sagt uns aber, dass diese Wünsche Wirklichkeit werden?
Wenn man den Umfragen Vertrauen schenken darf, glauben mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland in irgendeiner Form an eine Wiedergeburt. Sie halten es für wahrscheinlich, dass sie in anderer Gestalt wieder auf die Erde kommen und schon vor ihrem jetzigen Leben irgendwie auf der Erde gewesen sind. Dieser Gedanke stammt aus den indischen Religionen. Allerdings wird es dort als eine Strafe empfunden, dass der Mensch noch einmal wiedergeboren werden muss. Er ist wegen seines mangelhaften Lebens noch nicht so weit, dass er Teil des absoluten Bewusstseins werden kann oder - wie der Buddhismus es verspricht - ins Nirwana auslöschen darf.
Bei uns hofft man auf die Wiedergeburt, weil dadurch das jetzige Leben nicht so unausweichlich endgültig wird. Man lebt sozusagen erst einmal ins Unreine. Man kann es später noch einmal anders probieren. Es kommt also nicht ganz so genau darauf an, wie wir jetzt leben. Auch das ist natürlich Wunschdenken. Wer sagt, dass es so kommt? Was ist, wenn mein Leben doch endgültig ist und ich danach vor einem Richter Verantwortung geben muss?
Sie sagen: "Du willst uns wohl Angst machen?" Haben die Kirchen nicht lange genug mit dieser Drohung Druck ausgeübt?
Aber ich bitte Sie! Das kann doch kein Argument sein. Wollen Sie sich die Wirklichkeit so zurechtlügen, dass Sie keine Angst mehr davor haben müssen? Sehr oft ist die Wirklichkeit des Lebens bedrohlich. Dann müssen wir sehen, wie wir die Gefahren bewältigen. Sie einfach zu leugnen, ist keine Lösung.
Außerdem tut es uns Menschen doch gut, wenn wir als verantwortliche Wesen ernst genommen werden. Das ist unsere Menschenwürde. Gott behandelt uns nicht wie Tiere oder Marionetten. Wenn wir uns dauernd damit entschuldigen, dass die anderen, die Verhältnisse, die Gene schuld sind, dann verschleudern wir unsere Menschenwürde.
Wer weiß Bescheid?
Es macht keinen Sinn, dass wir uns darüber streiten, wer Recht hat. Jeder hat gute Gründe für seine Wünsche. Aber keiner ist jenseits des Todes gewesen. Oder doch? Die so genannten Nah-Tod-Erfahrungen sind für die Betroffenen sehr eindrücklich. Sie sagen aber vor allen Dingen etwas aus über den Prozess des Sterbens und wie der Sterbende ihn erlebt.
Ich wage über dieses Thema nur aus einem Grunde zu sprechen. Jesus Christus ist gestorben und von Gott auferweckt worden. Er kennt die andere Seite. Darum möchte ich seine Aussagen jetzt in unser Blickfeld rücken.
Vielleicht bezweifeln Sie, was ich über Jesus sage. Dann bitte ich Sie, sich darüber Klarheit zu verschaffen. Sie sind mit diesem Zweifel am entscheidenden Punkt des christlichen Glaubens. Alles steht und fällt mit der Auferweckung von Jesus Christus. Wenn Jesus wirklich lebt, dann kann er selbst sich in unserem Leben so beweisen, dass unsere Zweifel überwunden werden.
Der Weg zur Gewissheit
Den Weg zur Gewissheit hat Jesus selbst beschrieben: "Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.“ (Johannes 7,16-17) Jesus schlägt uns den Weg zur Wahrheitsfindung vor, den wir auch sonst in der Wissenschaft und im praktischen Leben einschlagen. Eine Behauptung wird dadurch überprüft, dass wir sie praktisch anwenden und dadurch herausfinden, ob sie stimmt oder nicht. Nicht anders geht es mit dem Wort von Jesus. Lesen Sie also die Evangelien im Neuen Testament und tun Sie das, was sie verstanden haben. Für die Folgen trägt Jesus die Verantwortung. Er hat versprochen, sich selbst zu erweisen.
Zurück zu unserem eigentlichen Thema. Weil Jesus Christus vom Tode auferstanden ist, kann er uns sagen, was uns nach dem Tod erwartet. Hier bekommen wir zuverlässige Aussagen und sind nicht nur auf Wunschdenken angewiesen.
Das Weltgericht
Sie finden die folgenden Aussagen im Matthäus-Evangelium, Kapitel 25, 31 – 46:
„Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.“
Jesus redet von sich selbst als dem „Menschensohn“. Diesen Ausdruck kannten die Juden aus ihrer Bibel. Im Buch des Propheten Daniel (Kapitel 7,13-14) wird mit diesem Ausdruck der Herr und Richter aller Welt bezeichnet, den Gott mit dem Gericht und der ewigen Weltherrschaft betraut. Diesen Titel bezieht Jesus auf sich selbst. Er beschreibt die höchste Würde. Jesus selbst wird als der Richter der Welt kommen.
Unsere Menschenwürde
Alle Menschen werden ihm Rechenschaft über ihr Leben geben müssen. Das ist völlig unabhängig davon, ob die Menschen das glauben oder nicht. Wenn Sie einen inneren Widerwillen spüren, diese Tatsache anzunehmen, dann weise ich Sie gern noch einmal darauf hin: Verantwortlichkeit ist die Würde des Menschen.
Das unterscheidet uns von den Tieren. Gott hat uns die Würde verliehen, ihm Antwort zu geben. Das Weltgericht ist in gewisser Hinsicht die letzte Absicherung unserer Menschenwürde. Aber egal, ob uns der Gedanke angenehm oder unangenehm ist, wir werden alle vor dem Richter Jesus stehen.
Der Maßstab
Nach welchem Maßstab werden wir beurteilt? Der Richter wirft den Verurteilten nicht ihre bösen Taten vor. Er legt den Finger darauf, wo sie Liebe schuldig geblieben sind.
Müssen die Beschuldigten nicht widersprechen? Sie tun es auch. Man kann doch nicht alle Bettler speisen. Man kann doch nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Man kann doch nicht alle Kranken und Gefangenen besuchen. Die Beschuldigten wehren sich mit einem Argument: "Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?" Jesus antwortet dann: " Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan."
Das ist die größte Überraschung. Der allmächtige Weltrichter begegnet uns in den Armen, Kranken, Gefangenen und Fremden. Wie soll man Gott erkennen, wenn er sich in dieser Weise maskiert? Der Grund ist klar: Gott ist ein barmherziger Gott und darum verbindet er sich mit den Bedürftigen. Wer sich denen nicht zuwendet, kann Gott nicht erkennen.
Damit ist eins klar: Nach diesem Maßstab sind wir alle schuldig. Im Gericht Gottes zählt nicht die bürgerliche Moral. Dort zählen auch nicht unsere guten Vorsätze. Dort gilt der radikale Maßstab der Liebe. Offen gesagt: Da haben wir alle keine Chance!
Was sollen wir tun?
Jesus sagt uns, was uns erwartet, damit wir uns jetzt darauf einstellen. Wie können wir uns darauf einstellen? Natürlich soll unser Leben daraus ausgerichtet sein, Barmherzigkeit und Liebe zu üben. Aber wir sind ja alle keine unbeschriebenen Blätter. Wir haben bereits versagt. Wir sind den Notleidenden die Liebe schuldig geblieben. Wir werden im Gericht Gottes nicht bestehen können.
Hören Sie, wer uns diese erschreckende Nachricht sagt. Es ist Jesus Christus, der für uns stellvertretend das Gericht Gottes getragen hat. Als Jesus am Kreuz hingerichtet wurde, trug er das Todesurteil, das eigentlich uns gilt. Er tauscht mit uns. Seinetwegen werden wir begnadigt. Das ist unsere einzige Rettung. Wir haben im Gericht Gottes keine andere Chance.
Jesus redet nicht vom Gericht, um uns in Angst zu jagen. Er sagt uns die Wahrheit, damit wir die Rettung ergreifen. Wir müssen nicht verloren gehen.
Aber sagt Jesus nicht selbst, dass es im Gericht auch noch die anderen, die Gerechten, geben wird? Tatsächlich. Die aber sind völlig überrascht. Die wissen gar nicht, wovon Jesus redet. Sie fragen auch: "Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu Hilfe kommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Also geht es doch? Wir können also doch durch die Taten unserer Liebe im Gericht bestehen, oder?
Erst einmal muss man zur Kenntnis nehmen: Die Gerechten wissen nichts davon und berufen sich nicht auf ihre Taten der Liebe. Wer also damit spekuliert, dass er Gutes tun und damit vor Gott bestehen kann, der hat sich schon verrechnet.
Und wie ist es denn tatsächlich? Selbst die Menschen, die Liebe üben, bleiben bei anderen Gelegenheiten Liebe schuldig. Keiner ist doch ohne Schuld. Auch die nicht.
An den Gerechten können wir ablesen, was Vergebung der Schuld durch Jesus Christus bewirkt. Jesus hat uns alle Schuld und alles Versagen abgenommen. Nichts davon wird im Gericht in unserem Leben gefunden. Nur das, was wir nach dem Willen Gottes getan haben, ist an unserem Leben noch sichtbar. Die Werke der Liebe und Barmherzigkeit werden anerkannt und gewürdigt.
Himmel oder Hölle?
Jesus redet Klartext. Das kommt heute nicht gut an. Selbst in den Kirchen wird das heute weich gespült.
Den einen sagt Jesus: "Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!" Den anderen sagt er: "Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!" Zum Schluss des ganzen Berichtes lesen wir: "Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben."
Im Geiste höre ich den Sturm des Widerspruchs: Wie kann man so etwas nur sagen und glauben! Gott ist doch ein Gott der Liebe. Wie kann er da seine Geschöpfe ewig verdammen? Es ist erstaunlich, dass wir, die wir nicht gerade die Weltmeister der Liebe und Barmherzigkeit sind, Jesus schulmeistern wollen. Wir wollen ihm vorschreiben, wie er sich als Gott der Liebe zu benehmen hat. Vielleicht sollten wir unsere Energie nicht darauf verwenden, Gott die Liebe beizubringen. Was wir dringend brauchen, ist Vergebung für unsere schuldig gebliebene Liebe. Und natürlich auch für unsere bösen Taten.
Die Vergebung der Schuld durch Jesus hat zwei wichtige Folgen. Im Gericht Gottes werden wir gerecht gesprochen und gewinnen den Zugang zu einer ewigen Gemeinschaft mit Gott in Herrlichkeit. Die zweite Folge wirkt sich sofort in unserem Leben auf dieser Erde aus: Aus Dankbarkeit für die erfahrene Vergebung wird unser Denken, Wollen und Handeln auf Liebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir werden uns nicht mehr mit der Kälte dieser Welt abfinden. Wir werden uns nicht mehr damit entschuldigen, dass man eben nichts machen kann. Wo auch immer wir können, werden wir in Wort und Tat Liebe weitergeben. Unsere Welt schreit nach Menschen, die durch die Liebe Gottes angezündet worden sind und nun selber brennen und andere wärmen.
Anders und mehr, als wir uns vorstellen können
Gerne möchten wir wissen, wie die Dinge nach dem Tod im Einzelnen laufen. Die Bibel ist sehr zurückhaltend in ihren Aussagen darüber. Ich glaube, das hängt mit einem grundlegenden Unterschied zwischen unserer sichtbaren Welt und der Wirklichkeit Gottes zusammen. Mit der Schöpfung hat Gott Raum und Zeit geschaffen. Wir können uns die Wirklichkeit immer nur als eine weiterlaufende Zeit vorstellen. Für Gott gibt es diese vergehende Zeit nicht. Auch unsere räumliche Wirklichkeit gilt für Gott nicht.
Deshalb lassen sich alle Fragen, die mit wann und wo beginnen, für die Wirklichkeit Gottes nicht so beantworten, da sie mit unseren Vorstellungen zusammenpassen. Das macht uns Kopfschmerzen. Aber eigentlich ist es auch leicht zu begreifen, dass zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung dieser grundlegende Unterschied besteht. Wenn wir das verstehen, können wir wenigstens leichter aushalten, dass es auf manche Fragen keine Antworten gibt, die unsere Wünsche nach Anschaulichkeit befriedigen.
Die Bibel gibt uns aber klare Auskünfte darüber, wie wir getrost leben und sterben können. Schon am Kreuz sagt Jesus dem Verbrechern, der mit ihm hingerichtet wird: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein." Durch den Tod wird die Gemeinschaft mit Jesus nicht aufgelöst.
Paulus sagt mit großer Gewissheit: "Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. "(Römerbrief Kapitel 8,38-39)
Jesus hat klipp und klar gesagt: "Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." (Johannesevangelium, Kapitel 5,24) Jesus sagt nicht, dass wir das ewige Leben in Zukunft erst haben werden, sondern dass wir es bereits haben, wenn wir sein Wort hören und ihm glauben. Die Gemeinschaft mit Jesus kann auch durch den Tod nicht mehr aufgelöst werden.
Auf der anderen Seite ist die Hölle in gewisser Weise die Fortsetzung dessen, was wir hier auf der Erde haben wollen. Menschen wollen ohne Gott leben, dann müssen sie in Ewigkeit ohne Gott leben.
Immer wieder fragen Menschen: Wie kann der Gott der Liebe zulassen, dass Menschen in Ewigkeit verloren gehen? Das ist eine sehr schwierige Frage. Eins aber ist klar: Gott will nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht. Darum ist er selbst Mensch geworden in Jesus Christus. Darum ist er am Kreuz an unserer Stelle gestorben. Er trägt das Gericht für uns. In seinem Namen rufen wir: Lasst euch versöhnen mit Gott!
Was soll das Spekulieren darüber, ob Gott die Hölle zulassen kann oder nicht? Gott will, dass jetzt Menschen gerettet werden. Sie können das ganze Problem heute lösen. Sie können die Vergebung annehmen und sich mit Gott versöhnen lassen. Und Sie können dann alles in Ihrem Leben dafür tun, dass andere Menschen von dieser Versöhnung erfahren. Tatsächlich, Gott will dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. So heißt es im Neuen Testament (1. Timotheus 2,4).
Klug werden
Es ist erschreckend, in welchem Maße der Tod aus unserer Gesellschaft verdrängt worden ist. Das Leben wird dadurch nicht fröhlicher. Im Gegenteil. Weil wir nicht wissen, wie wir sterben können, verstehen wir auch nicht mehr, wie wir das Leben zuversichtlich gestalten können.
In Psalm 90,12 finden wir ein wichtiges Gebet: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.“ Wer vom Ziel her lebt, kann Wichtiges und Unwichtiges unterscheiden. Das ist Klugheit. Dadurch bekommt das Leben Format. Kräftig, fröhlich und
